Wir sind immernoch in Te Puke, diesem wunderschönen,
abgelegenen, ruhigen, wenig bewohnten und überdurchschnittlich provinzialen
Ort. Der Plan war von Beginn an Januar zu arbeiten bis irgendwann ins Blaue
hinein, hätte der liebe Van uns da nicht einen mehr als fetten Strich durch die
Rechnung gemacht. ..und das gleich mehrfach. Nach 2 Wochen harter Arbeit auf
den Kiwiplantagen war die Thinning – Saison auch so gut wie vorbei und wir
mussten uns Plan B schmieden. Wir vier überlegten uns also alles in der Nähe
liegende noch anzuschauen, z.B. den Strand in Papamoa und die schöne Innenstadt
Tauranga’s und dann weiter zu ziehen in die fruchtbaren südlicheren Regionen um
dort nach Arbeit zu suchen, aber dann begann allmählich das Drama. Nach kurzen
Strecken, wirklich kurz (also 5 min Fahrt), überhitze der Van total und wir mussten
verqualmt am Straßenrand rasten. Wir tuckerten also wiedermal zu einer
Werkstatt, wo uns strahlend mitgeteilt wurde das etwas mit der Kopfdichtung
nicht stimmt und die Reparaturarbeiten relativ kostspielig wären (SUPERTEUER),
wir aber alternativ eine Legierung für 80 $ kaufen könnten die das ganze wieder
verbessern wird. Das taten wir dann und wie ein Wunder lief der Bongo
wieder.,..aber leider nur für einen Tag. Dann ging das große überhitzen weiter.
Da wir aber das riesige Glück haben seit Januar bei Colin, einem netten Kiwi
aus Te Puke, zu wohnen schauten er und einige andere seiner Freunde mal in und
unter den Van um zu sehen was zu machen sei. Nach ein paar Stunden lief der
Bongo wieder. Vorerst.
In
unserer Freizeit machten wir einige nächtliche Spaziergänge durch das unheimlich
stille Te Puke, putzen Colins Haus von innen und außen bis wir wahnsinnig wurden,
klapperten weitere Krimskramsgeschäfte ab, kochten ziemlich abgefahrene Sachen,
bestiegen Mount Maunganui, schauten uns die „Kiwi 360°“ Plantage an (denn: Te
Puke ist angeblich eine weltberühmte Stadt wegen ihrer unzähligen Kiwi Plantagen
und allem was mit Kiwi‘s zu tun hat) und ich machte viele Bilder von allem was
uns landschaftlich und blumenmäßig so in die Quere kam. Als
das Geld dann etwas knapper wurde arbeitete ich mit Colin einen Tag auf der
Baustelle, er leitet alle möglichen Abläufe auf Baustellen und so ein Kram,
d.h. früh um vier ging es los um einen Berg Verkehrsschilder zu holen und jene
dann völlig verwirrend rund um alle Einfahrten desTauranga Hospitals
aufzustellen. Meine ehrenwerte Aufgabe an diesem Tag war es 13 Stunden lang in
knallender Hitze alle Verkehrsteilnehmer richtig umzuleiten die unseren
Schilderwald nicht verstehen konnten. Nach diesem Tag hatte ich 100 $ + und
einen furchtbaren Sonnenstich umsonst, sodass es mir die darauffolgenden Tage
ziemlich bescheiden ging.
Am Wochenende fanden die V8 Speedboat Racing Championsship im ASB Baypark
Tauranga statt, eine Art Speedboatrennen jedoch in einer Arena in der sonst
Rugbyspiele stattfinden, ziemliches Neuland für uns, aber echt cool. Der einzige
Fehler den wir begangen hatten, an diesem eigentlich echt tollen Tag, war mit
dem Bongo zum Stadion zu fahren. Auf dem Rückweg begann er auf einmal völlig
grundlos laute Geräusche und ein ungutes Klappern von sich zu geben, bis er
dann mitten auf der Kreuzung einfach stehen blieb. Hinter uns der Andrang
hunderter Fahrer die ebenfalls gerade von der Arena losgefahren waren…. -.-
Das ganze endete dann so: wir standen mit dem
Bongo auf der Wiese am Brückenrand, der Street Help Service kam vorbei mit
Kaffee und gebackenem Zeugs, ein Abschleppwagen schleppte den Van zurück nach
Te Puke was mächtig viele $ kostete und dann waren wir frustriert wieder
Zuhause.
Tage
darauf putzen wir gegen Cash die Fenster reicher Plantagenbesitzer um die Kasse
wieder etwas aufzubessern und fragten in allen Geschäften, Einkaufszentren,
Restaurants, Bars und Fastfood Filialen zum dritten mal nach Jobs...
Nichts.
Wir mussten aber auch Entscheidungen treffen die weniger angenehm waren,
da Linda einfach wieder zurück nach Deutschland wollte, Isi und Claudia ihr
Studium im Hinterkopf hatten und ich noch gar nicht drüber nachdenken wollte
wieder zurück nach Deutschland zu gehen. Daraus resultierte dann das Linda uns
vor ca. 2 Wochen verließ und weiterreiste nach Hastings um dort allein schon einmal
zu arbeiten und dann in ein paar Wochen Heim zu fliegen.
Wir entschieden schlussendlich das der Van in eine Werkstatt zur
Reparatur gebracht werden musste, das bedeutete natürlich wieder abschleppen _
was wir uns nicht leisten konnten. Colin arrangierte das wir einen Truck von
seiner Arbeit ausleihen konnten und wir mieteten einen Anhänger mit dem wir das
Auto nach Tauranga zum Auto Wrecker schleppten. Nach ein paar weiteren Tagen
dann die Analyse: Kopfdichtung muss ausgetauscht werden, xxx$. Nachdem wir
dreimal heftig geschluckt hatten und unsere ziemlich niedrigen Kontostände überprüft
hatten gaben wir unser Einverständnis und beteten das dieses Unding von Auto
danach endlich laufen wird. Colin war indes so freundlich uns von Zeit zu Zeit
sein Auto zur Verfügung zu stellen.
Thank you
tons tiny! ;P
Wir besuchten den Botanischen Garten Tauranga‘s, die
McLaren Falls, wanderten den Okere Falls Track entlang, aßen köstliche Roster
und Sauerkraut aus Deutschland an einem deutschen Stand mit deutschen
Verkäufern und ebenfalls deutschen Kunden und kletterten ein wenig mit Colin
bei den Kaiate Falls herum, um uns in unserer nun massenhaften Zeit ein wenig
auf andere Gedanken zu bringen und trotzdem mehr vom wunderschönen Neuseeland
zu sehen. Diese ganzen schönen Ausflüge ließen ja fast schon wieder bessere
Stimmung aufkommen, also musste wieder etwas Schlimmes passieren. Eines Abends
fuhren wir also einkaufen und Isi hat „den Parkplatz vermessen“, was soviel
heißt wie sie ist voll hingefallen. Es schien nicht schlimm gewesen zu sein und
wir gingen weiter Richtung Einkaufshalle bis sie auf einmal umfiel und bewusstlos
war. Sie war so komisch gräulich und es ging ihr die Tage darauf gar nicht gut,
sodass unsere Stimmung wieder am Nullpunkt angelangt war. Sowas passiert halt nur
Isi :D haha
Während meiner Langenweile entschied ich
etwas aus meinen Haaren zu machen.. aber das seht ihr später noch.
Die übrige
Zeit schlugen wir damit tot, das wir es uns zur Aufgabe machten die
Gartensteine von Colin’s Eltern anzumalen, Zitronen und Limetten von Bäumen zu
mopsen, Claudias Haare zu färben und auf Post aus Deutschland zu warten (die
von der Regierung geöffnet wird wie wir feststellen mussten). Eines sonnigen
Tages war es soweit!- wir holten daaaaaaaaaaaaaas Auto ab. Es ging etwas beschwerlich
an und verreckte einige Male auf der Straße,… .. aber wir sagten uns es sei
alles gut. Haha …. Haha. Wir fuhren zur
nächsten Tankstelle und tanken ein wenig, mit dem Geld das wir gar nicht hatten,
als uns aber auch schwupps di wupps die ganze Kühlflüssigkeit entgegengelaufen
kam, der Motor daher heiß lief und wir wiedermal ziemlich abqualmten. Wir
rollten den Berg also wieder hinunter zurück zur Werkstatt um das Auto
reparieren zu lassen.
Merkt ihr die Ironie darin? Egal wie oder wer oder was auch
immer repariert wird, es hält maximal 5 Minuten.
Die neue Analyse: unser Kühler war nun auch kaputt !!! Also schluckten Isi und ich fix jeglichen
Schmerz hinunter der uns fast zum verzweifeln brachte und wir bezahlten weitere
xxx$ um einen neuen Kühler einbauen zu lassen.
Wir waren also wieder frustriert und ohne Van in Te Puke angekommen.
Wiedermal war die Zeit der sinnvollen Planänderung gekommen. Wir warfen alle
Ideen über den Haufen und machten uns auf den Weg zu den Packhäusern, um uns
für drei Monate arbeiten während der Fruit packing Saison zu bewerben. Gesagt,
getan.
Falls ihr euch eventuell langsam wundert wieso wir versuchen
den Bongo auf`s erbitterste wieder zum laufen zu bringen,à wir wollen ihn auch nur noch loswerden. D.h.
sobald er wirklich läuft werden wir ihn verkaufen so schnell es geht, bevor
noch irgendetwas anderes kaputt geht. (geht dann ja fast als Neuwagen durch. Haha)
.. aber wir haben so das Gefühl bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Wir machten uns also erneut auf den Weg nach
Tauranga, um das Wägelchen abzuholen. Alles hat geklappt. Wir kamen in Te Puke
an, packten in den folgenden Tagen unsere Sachen und waren abfahrbereit um nun
noch ein paar Wochen weiterzureisen und dann zur Arbeitssaison wieder zu
kommen. Auf dem Weg gaben wir noch unsere Dokumente beim Packing Office ab und
wollten dann der Sonne entgegen fahren……. wäre der Bongo nur wieder
angesprungen. Anhand
der „wäre“ Formulierung erkennt ihr dass immer noch in Te Puke sind.
Zum Glück haben wir unseren Humor noch nicht verloren. Hahaha
Weitere angebliche Pläne können wir nicht verraten, da wir
keine mehr machen weil der Van uns eh wieder daran hindert.
Soweit wars das jetzt, wir hoffen trotzdem die Bilder
gefallen euch wenigstens.
NZ: SHIT
HAPPENS – But it could be worse! :)))))))))))))) lg eure Chaosbackpacker